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EU und Indien besiegeln historisches Handelsabkommen in einer sich wandelnden geopolitischen Ordnung

Verfasst von Frode Skar, Finanzjournalist.

Nach beinahe zwei Jahrzehnten schwieriger und immer wieder unterbrochener Verhandlungen haben Indien und die EuropĂ€ische Union ein umfassendes Freihandelsabkommen abgeschlossen. EU-Vertreter sprechen von der „Mutter aller Deals“, da ein gemeinsamer Markt mit rund zwei Milliarden Menschen entsteht.

Warum der Zeitpunkt entscheidend ist

Der Durchbruch kommt in einer Phase tiefgreifender globaler VerÀnderungen. SpÀtestens seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 haben beide Seiten ihre strategischen AbhÀngigkeiten neu bewertet. Gleichzeitig hat der zunehmende Einsatz von Handel als geopolitisches Druckmittel die Suche nach verlÀsslichen Partnern beschleunigt.

Indiens Suche nach neuen ExportmÀrkten

FĂŒr Indien bietet das Abkommen neue Perspektiven fĂŒr exportorientierte Branchen wie Textilien, Schmuck und IT-Dienstleistungen. Diese Sektoren litten zuletzt unter hohen Zöllen auf anderen MĂ€rkten. Der europĂ€ische Binnenmarkt eröffnet nun stabilere Absatzmöglichkeiten.

EuropÀische Industrie profitiert

Auch fĂŒr europĂ€ische Unternehmen ergeben sich erhebliche Chancen. Besonders die Automobilindustrie sowie Produzenten von Wein und Spirituosen profitieren von deutlich sinkenden indischen Zöllen, die den Marktzugang bislang stark eingeschrĂ€nkt hatten.

Geopolitische Bedeutung ĂŒber den Handel hinaus

Das Abkommen ist mehr als ein wirtschaftlicher Vertrag. Es unterstreicht den Anspruch von EU und Indien, in einer zunehmend polarisierten Weltordnung auf Kooperation und regelbasierten Handel zu setzen, statt auf Konfrontation und Abschottung.

EinschÀtzung

Das EU–Indien-Handelsabkommen markiert einen strategischen Wendepunkt. Neben langfristigen wirtschaftlichen Effekten stĂ€rkt es die geopolitische Position beider Seiten in einer Phase wachsender globaler Unsicherheit.

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