Geschrieben von Frode Skar, Finanzjournalist.
Deutsche Autoexporte nach China brechen 2025 deutlich ein und verlieren weiter an Bedeutung

Deutsche Autoexporte nach China sinken 2025 um ein Drittel laut IW Studie
Deutsche Autoexporte nach China sind im Jahr 2025 um rund ein Drittel eingebrochen. Das geht aus einer Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft IW hervor. Damit setzt sich ein massiver AbwÀrtstrend fort, der seit dem Höchststand im Jahr 2022 mehr als die HÀlfte des Exportvolumens ausgelöscht hat.
Die Ausfuhren von Fahrzeugen und Autoteilen sanken auf unter 14 Milliarden Euro. Drei Jahre zuvor lagen sie noch bei nahezu 30 Milliarden Euro. Der RĂŒckgang ist nicht nur eine konjunkturelle Schwankung, sondern deutet auf eine strukturelle Verschiebung im wichtigsten Auslandsmarkt der deutschen Automobilindustrie hin.
Deutsche Autoexporte nach China stehen unter Mehrfachdruck
Die Automobilbranche ist die gröĂte Industriesparte Deutschlands und ein zentraler Pfeiler des exportorientierten Wirtschaftsmodells. Wenn deutsche Autoexporte nach China in diesem AusmaĂ sinken, betrifft das nicht nur einzelne Konzerne, sondern Wertschöpfung, BeschĂ€ftigung und Investitionen im gesamten Land.
Mehrere Belastungsfaktoren wirken gleichzeitig:
Höhere US Importzölle
Schwache Nachfrage in Europa
Hohe Kosten fĂŒr die Umstellung auf ElektromobilitĂ€t
Intensiver Preiswettbewerb in China
Deutsche Autoexporte nach China leiden besonders unter dem rasanten Aufstieg chinesischer Hersteller im Bereich Elektrofahrzeuge, die technologisch aufholen und preislich aggressiv auftreten.
Vom Wachstumstreiber zum Risikomarkt
Ăber viele Jahre war China der wichtigste Wachstumstreiber fĂŒr deutsche Premiumhersteller wie BMW, Mercedes Benz und Audi. Hohe Margen im chinesischen Markt stabilisierten die Gewinne und ermöglichten Skaleneffekte.
Die aktuellen Zahlen zeigen jedoch, dass deutsche Autoexporte nach China nicht mehr selbstverstÀndlich wachsen. Der chinesische Markt verlagert sich zunehmend zugunsten heimischer Marken, insbesondere im Segment der Elektrofahrzeuge.
Der RĂŒckgang von fast 30 Milliarden Euro auf unter 14 Milliarden Euro innerhalb von drei Jahren verdeutlicht die Geschwindigkeit dieses Strukturwandels.
Elektrifizierung und Margendruck
Die Transformation hin zur ElektromobilitÀt erfordert erhebliche Investitionen in Batterietechnologie, Software und Produktionsumstellungen. Gleichzeitig sehen sich deutsche Hersteller in China mit einem harten Preiswettbewerb konfrontiert.
Deutsche Autoexporte nach China stehen somit unter doppeltem Druck:
Hohe Entwicklungs und Produktionskosten in Europa
Sinkende Verkaufspreise im chinesischen Markt
Das fĂŒhrt zu Margenkompression und erschwert langfristige Investitionsentscheidungen.
Geopolitische Rahmenbedingungen verschÀrfen die Lage
Die Veröffentlichung der IW Daten fÀllt zeitlich mit dem China Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz zusammen. Die Reise wird aufmerksam verfolgt, da Deutschland sein VerhÀltnis zum wichtigsten Handelspartner neu justieren muss.
Deutsche Autoexporte nach China galten lange als Symbol enger wirtschaftlicher Verflechtung. Inzwischen stehen jedoch strategische AbhÀngigkeiten, WettbewerbsfÀhigkeit und geopolitische Spannungen stÀrker im Fokus.
Europa bemĂŒht sich parallel um eine stĂ€rkere industrielle EigenstĂ€ndigkeit, insbesondere im Bereich Batterien und Zukunftstechnologien.
Mögliche makroökonomische Folgen
Die Automobilindustrie trĂ€gt wesentlich zur deutschen Exportleistung und Industrieproduktion bei. Ein anhaltender RĂŒckgang der deutschen Autoexporte nach China könnte folgende Effekte haben:
Niedrigere Exporterlöse
SchwÀchere Industrieproduktion
Belastungen am Arbeitsmarkt
ZurĂŒckhaltendere Investitionen
Sollte sich der Trend fortsetzen, mĂŒsste Deutschland seine Exportstrategie breiter diversifizieren.
Strategische Weichenstellungen erforderlich
Deutsche Autoexporte nach China bleiben relevant, doch die Phase stetigen Wachstums scheint beendet.
Hersteller stehen vor grundlegenden Fragen:
Soll die Produktion stÀrker in China lokalisiert werden
Soll die Preisstrategie aggressiver angepasst werden
Soll der Fokus stÀrker auf andere WachstumsmÀrkte gelegt werden
Die Antworten darauf werden die zukĂŒnftige Position der deutschen Industrie im globalen Wettbewerb bestimmen.
Fazit
Der Einbruch der deutschen Autoexporte nach China im Jahr 2025 ist mehr als eine kurzfristige Delle. Er markiert einen strukturellen Wendepunkt in der internationalen Automobilbranche.
Mit einer Halbierung des Exportwertes seit 2022 steht Deutschlands wichtigste Industrie vor erheblichen Anpassungsprozessen. Elektrifizierung, Preiswettbewerb und geopolitische Unsicherheiten verschÀrfen die Herausforderungen.
Deutsche Autoexporte nach China werden kĂŒnftig ein zentraler Indikator dafĂŒr sein, wie erfolgreich sich die deutsche Wirtschaft im verĂ€nderten globalen Umfeld behauptet.
