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Geschrieben von Frode Skar, Finanzjournalist.

Die Krone entwickelt sich dieses Jahr am besten unter den großen Währungen

Die Krone entwickelt sich dieses Jahr am besten unter den großen Währungen getrieben von Zinsen und Inflation

Die norwegische Krone hat sich seit Jahresbeginn deutlich aufgewertet und führt nun die Liste der weltweit meistgehandelten Währungen an. Gegenüber dem US Dollar legte die Krone rund 6 Prozent zu und übertraf damit alle anderen G10 Währungen.

Der wichtigste Grund ist die überraschend hohe Inflation in Norwegen kombiniert mit geringeren Erwartungen an Zinssenkungen. Die Märkte rechnen inzwischen damit dass die Zinsen länger hoch bleiben und teilweise wird sogar über mögliche Zinserhöhungen diskutiert.

Am Montag kostete ein Dollar etwa 9,50 Kronen deutlich weniger als zu Jahresbeginn. Gleichzeitig hat die Krone auch gegenüber dem Euro rund 5 Prozent auf etwa 11,25 zugelegt.

Solche Bewegungen in kurzer Zeit zeigen dass Investoren ihre Einschätzung der norwegischen Wirtschaft angepasst haben.

Die Krone entwickelt sich dieses Jahr am besten unter den großen Währungen beeinflusst Haushalte

Eine stärkere Währung wirkt sich unmittelbar auf Verbraucher aus. Importierte Waren werden günstiger und Norweger erhalten höhere Kaufkraft im Ausland.

Das zeigt sich besonders bei:

Auslandsreisen
Online Einkäufen aus dem Ausland
Treibstoff und Elektronik
Lebensmitteln mit internationalen Preisen

Exportorientierte Unternehmen erleben dagegen den gegenteiligen Effekt. Eine starke Krone verteuert norwegische Produkte im Ausland und schwächt die Wettbewerbsfähigkeit.

Damit entsteht eine typische Umverteilung in der Wirtschaft bei der Konsumenten profitieren während Exporteure unter Druck geraten.

Zinsunterschiede steuern Kapitalströme

Der Devisenmarkt funktioniert weitgehend wie ein globaler Sparmarkt. Kapital wandert in Länder mit höheren Renditen ähnlich wie Anleger Banken mit besseren Zinsen wählen.

Die Krone war zuvor schwach weil Zinssenkungen erwartet wurden. Nun hat sich das Bild gedreht da Investoren höhere norwegische Zinsen im Vergleich zum Ausland erwarten.

Wenn sich Erwartungen schnell ändern reagiert der Wechselkurs oft stark. Die Zinsdifferenz zwischen Norwegen und anderen Volkswirtschaften ist daher ein zentraler Treiber der Aufwertung.

Das erklärt warum die Krone stärker wird ohne große Veränderungen bei Ölpreis oder Handelsbilanz.

Andere Währungen bleiben zurück

Der australische Dollar liegt auf Platz zwei unter den G10 Währungen gefolgt vom neuseeländischen Dollar. Die schwächste Entwicklung zeigte der kanadische Dollar während dänische Krone und Euro ebenfalls zu den schwächeren gehören.

Zu den G10 Währungen zählen:

US Dollar
Euro
Japanischer Yen
Britisches Pfund
Schweizer Franken
Kanadischer Dollar
Australischer Dollar
Neuseeländischer Dollar
Schwedische Krone
Norwegische Krone

Die Spitzenposition bedeutet daher nicht nur lokale Stärke sondern auch eine relative globale Verbesserung.

Stärke könnte vorübergehend sein

Trotz des Anstiegs erwarten mehrere Ökonomen keine dauerhafte Aufwertung. Prognosen sehen die Krone in zwölf Monaten schwächer mit einem Eurokurs nahe 11,8 Kronen.

Devisenmärkte reagieren nicht nur auf aktuelle Zinsen sondern auf Erwartungen. Bleiben internationale Zinsen hoch oder schwächt sich Norwegens Wirtschaft ab kann Kapital wieder abfließen.

Wechselkurse bewegen sich typischerweise in Zyklen in denen starke Aufwertungen später normalisiert werden.

Märkte bewerten den Zinsausblick neu

Das wichtigste Signal der Kronenstärke ist nicht das Kursniveau sondern die veränderten Erwartungen. Die Märkte sind von erwarteten Zinssenkungen zu stabilen oder höheren Zinsen übergegangen.

Das beeinflusst auch:

Hypothekenzinsen
Staatsanleihen
Aktienmärkte
Unternehmensinvestitionen

Die Währung dient damit als Echtzeitindikator für die Einschätzung der norwegischen Wirtschaft.

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