Geschrieben von Frode Skar, Finanzjournalist.
Trump Weltordnung wird als Bulldozer beschrieben der die globale Ordnung zerstört

Trump Weltordnung steht im Zentrum einer düsteren Warnung vor der Münchner Sicherheitskonferenz
Die internationale Ordnung, die Politik, Sicherheit und wirtschaftliche Zusammenarbeit seit dem Zweiten Weltkrieg geprägt hat, steht vor dem Zerfall. Zu diesem Schluss kommt ein neuer Bericht, der im Vorfeld der Münchner Sicherheitskonferenz veröffentlicht wurde und die globale Lage in ungewöhnlich scharfen Worten beschreibt.
Im Zentrum der Analyse steht die Trump Weltordnung. Der Bericht zeichnet das Bild eines amerikanischen Präsidenten, der wie ein Bulldozer internationale Institutionen, Abkommen und Normen niederwalzt. Die Autoren warnen, dass die Folgen bereits spürbar sind und langfristig zu größerer Instabilität, wachsender Ungleichheit und einer Schwächung demokratischer Systeme führen könnten.
Ein schonungsloses Bild der Weltlage
Der Bericht zur Münchner Sicherheitskonferenz stellt fest, dass die Welt in ihrer bisherigen Form nicht mehr existiert. Der Krieg Russlands gegen die Ukraine geht in sein fünftes Jahr, während demokratische Werte in vielen Regionen unter Druck geraten.
An die Stelle von Zusammenarbeit und gemeinsamen Regeln droht eine Ordnung zu treten, die von kurzfristigen Transaktionen, Machtpolitik und partikularen Interessen geprägt ist. Öffentliche Güter könnten zunehmend privaten Interessen untergeordnet werden, während regionale Hegemonialmächte universelle Normen verdrängen.
Trump Weltordnung als treibende Kraft der Erosion
Die Hauptverantwortung für diese Entwicklung sehen die Autoren bei Donald Trump und seiner politischen Linie. Die Vereinigten Staaten, einst Architekt und Garant der regelbasierten Weltordnung, werden nun als zentrale Kraft ihres Abbaus beschrieben.
Innerhalb kurzer Zeit hat Trump zentrale internationale Vereinbarungen infrage gestellt oder faktisch außer Kraft gesetzt. Die Welthandelsorganisation wurde geschwächt, Handelskonflikte verschärft und amerikanische Entwicklungs und Sicherheitshilfe drastisch reduziert. Laut Bericht hat dies das Vertrauen in globale Spielregeln untergraben und die Unsicherheit in internationalen Beziehungen deutlich erhöht.
Infragestellung von Völkerrecht und Souveränität
Besonders kritisch bewerten die Autoren Trumps Haltung zum Völkerrecht. Der Bericht hebt hervor, dass der US Präsident wiederholt das Prinzip der nationalen Souveränität infrage gestellt hat, einen Grundpfeiler der bestehenden internationalen Ordnung.
Kontroverse Aussagen und Forderungen in Bezug auf Grönland werden als Beispiel genannt, das NATO Partner erschüttert und das transatlantische Verhältnis belastet hat. Solche Signale könnten dazu beitragen, Druck und Zwang als legitime Mittel der Politik zu normalisieren.
Autoritäre Strömungen gewinnen weltweit an Einfluss
Der Bericht betont, dass die Trump Weltordnung Teil eines größeren globalen Trends ist. In vielen Ländern gewinnen autoritäre und antidemokratische Kräfte an Boden, nicht nur in fragilen Staaten, sondern auch in etablierten Demokratien.
Diese Entwicklung geht mit wachsender Polarisierung und sinkendem Vertrauen in demokratische Institutionen einher. Politische Bewegungen, die Zerstörung statt Reform propagieren, erhöhen laut Bericht den Druck auf bestehende Systeme.
Europa bereitet sich auf Spannungen mit den USA vor
In Europa wächst die Sorge über die künftige Beziehung zu den Vereinigten Staaten. Der französische Präsident Emmanuel Macron hat Europa dazu aufgerufen, sich auf neue Konflikte mit Washington einzustellen. Die Trump Regierung wird im Bericht und von europäischen Politikern als offen antieuropäisch beschrieben, mit dem Ziel, die Europäische Union zu schwächen.
Vor diesem Hintergrund wird erwartet, dass Macron in München eine Rede von historischer Tragweite halten könnte, in der Europas strategische Antwort auf die veränderte Trump Weltordnung skizziert wird.
Gesellschaftliche Frustration stärkt den rechten Rand
Der Bericht stützt sich auch auf Umfragedaten, die eine wachsende Frustration in der Bevölkerung westlicher Staaten zeigen. In Ländern wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien glaubt eine Mehrheit der Befragten, dass sich ihre Lebensbedingungen in Zukunft nicht verbessern werden.
Diese Wahrnehmung untergräbt das Vertrauen in bestehende politische Systeme und begünstigt den Aufstieg rechter und autoritärer Parteien. In Deutschland ist die AfD inzwischen die zweitstärkste politische Kraft und entsendet erstmals eine eigene Delegation zur Münchner Sicherheitskonferenz.
Eine Ordnung zugunsten der Mächtigen
Die Autoren warnen, dass diese politische Verschiebung erhebliche Folgen für liberale Demokratien haben könnte. Sie beschreiben sie als eine der folgenreichsten Entwicklungen des 21. Jahrhunderts, mit dem Potenzial, demokratische Systeme von innen heraus zu destabilisieren.
Gleichzeitig weist der Bericht auf ein zentrales Paradox hin. Eine Welt mit schwächeren Regeln und stärkerer Machtpolitik könnte vor allem den Interessen der Reichen und Mächtigen dienen, während breite Bevölkerungsschichten an Einfluss verlieren.
Eine dichte Woche der Sicherheitspolitik
Die Münchner Sicherheitskonferenz bildet den Abschluss einer außergewöhnlich intensiven Woche internationaler Sicherheitsdiplomatie. Zuvor kamen sowohl die EU Verteidigungsminister als auch die NATO Verteidigungsminister und die Staats und Regierungschefs der EU zu separaten Treffen zusammen.
Auch Norwegen ist in München hochrangig vertreten, angeführt vom Ministerpräsidenten sowie mehreren Kabinettsmitgliedern. Die Konferenz bringt damit zentrale Entscheidungsträger in einer Phase zusammen, in der Allianzen, Institutionen und Machtverhältnisse zunehmend unter Druck geraten.
Warnsignal für eine neue globale Ordnung
Die Botschaft des Berichts ist eindeutig. Die Welt entfernt sich von Kooperation und gemeinsamen Regeln und bewegt sich in Richtung einer fragmentierten, konfliktanfälligen und schwer berechenbaren Ordnung. Im Zentrum dieser Entwicklung steht eine amerikanische Politik, die mit jahrzehntelanger internationaler Praxis bricht.
Für die Teilnehmer in München stellt sich damit eine grundlegende Frage: wie demokratische Staaten Institutionen, Werte und Stabilität schützen können, wenn die bisherigen Garanten der globalen Ordnung ihre Rolle grundlegend verändern.
